Im Gespräch: Michael Briem
GMVD: Herr Briem, viele Branchen haben den digitalen Wandel bereits vollzogen, doch im Golfsport scheint noch viel Potenzial ungenutzt. Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche digitalen Trends sehen Sie in den nächsten Jahren auf die Golfclubs zukommen?
Michael Briem: Das ist eine spannende Frage. Wir beobachten, dass alle Unternehmen der Tourismus Branche, so auch Golf Clubs, zunehmend von isolierten Einzellösungen, die am Sitz der Unternehmen mit eigenen Servern betrieben werden, hin zu voll integrierten Systemen in der Cloud streben. Ein massiver Trend ist die vollständige Cloud-Native-Umstellung, die lokale Server überflüssig macht und den Zugriff auf Daten in Echtzeit von überall mittels eines Webbrowsers ermöglicht. Die unterschiedlichen Cloudsysteme lassen sich auch leichter miteinander verbinden und müssen nicht mehr am gleichen Ort gehostet werden. Zudem wird die Automatisierung von Routineaufgaben und die Nutzung von vorausschauenden Modellen immer wichtiger, um wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben.
GMVD: Viele Clubs klagen über fragmentierte Systeme und hohen manuellen Aufwand. Wie genau löst Nexxchange diese Probleme?
Michael Briem: Clubs, wie auch andere Wirtschaftsunternehmen, können ihren Softwarebedarf durch zwei entgegengesetzte Strategien abdecken. Bei „Best of Breed“ suchen Kunden nach den besten Lösungen für die einzelnen Problemstellungen und fügen über einen Orchestrierungs-Layer die ausgesuchten Bausteine dann wieder zu einem Gesamtsystem zusammen. Dem steht der „All serviced department in one“-Ansatz gegenüber, in dem in einem System immer mehr Lösungen, die bisher getrennt angeboten wurden, aufgezeigt werden. Beide Lösungen haben Vor- und Nachteile: „Best of Breed" bietet eine sehr große Tiefe an Lösungen an, weil es heute für jede Problemstellung eine Software gibt. Der Nachteil besteht in der Zusammenfassung dieser Teillösungen und den Verlust der Daten auf aggregierter Ebene, die durch Datenhaltung in verschiedenen Systemen entstehen. Nexxchange verfolgt den „Cloud-native All-in-One"-Ansatz, der alle zentralen Prozesse eines Clubs in einer Datenbank integriert. Nachteil dieser Lösung ist, dass normalerweise Produktprozesse nicht in der gleichen Tiefe als bei „Best of Breed" abgebildet werden. Der Vorteil: Keine Medienbrüche - von der Mitgliederverwaltung, der Turnierabwicklung, dem Verkauf der Green Fee über das CRM bis hin zu „Internet of Things" und Zahlungsabwicklung sind alle Abläufe in einer Lösung vereint. Die technologische Sicherheit ist dabei auch ein wesentliches Argument: Nexxchange wurde von Grund auf für die Cloud entwickelt, es gibt keine Altlasten oder lokale Installationen. Und auch bei der Datensicherheit gibt es Vorteile: die Software wird auf sicheren, datenschutzkonformen Servern in Deutschland gehostet und bietet viel höhere Datensicherheit als im Club gehostete Server. Zudem können alle Kundenanfragen gemäß DSGVO auf Knopfdruck aus einem zentralisierten System ausgeliefert werden.
GMVD: Für Betreiber ist natürlich auch die wirtschaftliche Komponente entscheidend. Kann Nexxchange dabei helfen, den Umsatz messbar zu steigern und kosten zu senken?
Michael Briem: Absolut. Wir helfen den Betreibern durch vorausschauende Vorhersagen, die Auslastung des Platzes zu ermitteln und dadurch mit dynamisches Pricing den Green-Fee-Umsatz zu steigern, indem Preise in Echtzeit an die aktuelle Nachfrage angepasst werden. Damit können auch die Mitgliedschaftsmodelle neu gestaltet werden, Fünf- oder Sieben-Tages Mitgliedsmodelle können vereinheitlicht und nach der gesamten Nachfrage an Startzeiten ausgerichtet werden. Ein weiterer finanzieller Vorteil ist zudem, dass wir helfen Kosten zu sparen. Unsere Betreiber bezahlen keine Provisionen für Online-Zahlungen ihrer Kunden. Das spart unseren Kunden im Vergleich zum Wettbewerb bei online Green Fee Verkäufen 3,5 % bis zu 20 %.
GMVD: Wie sieht es mit der Effizienz im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden aus? Zeit ist schließlich ein knappes Gut.
Michael Briem: Genau hier setzen wir mit unserem Rollen basierten Modell an. Wiederkehrende Prozesse wie die Beitragsabrechnung oder das Reporting werden bei uns in kleine Arbeitsschritte zerlegt und den Inhabern von Rollen zugeordnet und automatisiert, was Fehler reduziert und Freiräume für strategische Aufgaben schafft. Unsere Benutzeroberfläche ist modern und intuitiv gestaltet, was den Schulungsaufwand minimiert und die Akzeptanz im Team steigert. Für Betreiber mehrerer Anlagen bietet Nexxchange zudem eine Mehrmandantenfähigkeit, mit der alle Standorte aber auch die unterschiedlichen juristische Personen (Vereine und Eigentümergesellschaft) zentral in einem einzigen System verwaltet werden können.
GMVD: Ihr Kundenstamm wächst stetig. Wer vertraut heute bereits auf Ihre Lösung?
Michael Briem: Mittlerweile nutzen über 640 Anlagen in Europa Nexxchange. In Österreich, Italien und den Niederlanden sind wir bereits Marktführer. Zu unseren namhaften Kunden zählen die Murhof Gruppe, UGolf in Frankreich und ab November 2026 auch die Migros in der Schweiz. Zudem sind wir offiziell vom Deutschen Golf Verband (DGV) zertifiziert, was unseren hohen Qualitätsstandard unterstreicht.
GMVD: Herr Briem, vielen Dank für diese tiefen Einblicke in die moderne Clubverwaltung.
Ihr Kontakt zu Nexxchange in Deutschland und der Schweiz:
Jochen Hornig
Sales D/CH
jochen.hornig@nexxchange.com
https://b2b.nexxchange.com/
Mobil: +49 176 99 255 820







